Alexander von Hahn: Willkommen im Kloster Zscheiplitz! Was verbindet Sie beide mit der Saale-Unstrut-Region?
Kat von Stenglin: Ich verbinde eine tiefe persönliche Zuneigung mit dieser Gegend. In Halle aufgewachsen, verbrachte ich meine Sommer hier in Roßbach und später in Kreipitzsch. Diese Landschaft mit ihren herrschaftlichen Gütern, der Natur und dem Wein war mir stets eine zweite Heimat.
Alexander von Stenglin: Meine Verbindung entspringt der Kunst. Ich verbrachte meine Wanderjahre in der ehemaligen Bauhaus-Werkstatt in Dornburg sowie in den Naumburger Werkstätten bedeutender Keramiker. Die Geschichte und diese stets im Wandel begriffene Kulturlandschaft haben mich zutiefst geprägt – ein Ort, der stets aufs Neue inspiriert.
AvH: Frau von Stenglin, Ihre Kunst ist die Gobelin-Weberei, eine Gattung, die man aus Rittersälen und Refektorien kennt. Warum widmen Sie sich einer Kunst, die viele als vergessen betrachten?
KvS: Es geht mir nicht um Moden, sondern um die rechte Technik. Wahres Weben duldet keine Eile. Es verlangt nach Harmonie – nach der richtigen Wolle, den perfekten Farbtönen, einem ausgewogenen Entwurf. Es ist dieses „innere Gleichgewicht“, in dem alle Elemente eines Stücks zusammenklingen, das es aus der Menge der Wanddekorationen hervorhebt.
AvH: Bei Ihren Werken denkt man weniger an Dekoration, als an die Tiefe eines Gemäldes oder die Erzählkraft eines Textes. Dass sie gewebt und nicht gemalt sind, verleiht ihnen eine ganz eigene Bedeutungsebene.
KvS: (Lächelt) Man sollte die Dinge nicht zu schwer nehmen. Die Interpretation soll den reinen Genuss – das Visuelle und Haptische – nicht beeinträchtigen. Man möge sich einfach erfreuen.
AvH: Herr von Stenglin, wenn Gobelins als etwas Elitäres gelten, so ist die Keramik doch geradezu demokratisch und utilitär. Was reizt Sie daran?
AvS: Ganz genau darum! Die Keramik ist eine universale Sprache, sie findet sich in allen Kulturen und Epochen. Es ist eine besondere Freude, seinen eigenen Ausdruck in etwas so Uraltem zu finden. Wir stehen in stetigem, haptischem Kontakt mit keramischen Objekten – wir fühlen sie in den Händen, an den Lippen. Diese unmittelbare Berührung ist ein sehr intimer, oft unterbewusster Teil unseres Daseins. Mein Bestreben ist es, Werke zu schaffen, die sich in die Gedanken- und Gefühlswelt des Betrachters einfügen und ihr eine neue, bereichernde Note verleihen.
Kat von Stenglin: Ich verbinde eine tiefe persönliche Zuneigung mit dieser Gegend. In Halle aufgewachsen, verbrachte ich meine Sommer hier in Roßbach und später in Kreipitzsch. Diese Landschaft mit ihren herrschaftlichen Gütern, der Natur und dem Wein war mir stets eine zweite Heimat.
Alexander von Stenglin: Meine Verbindung entspringt der Kunst. Ich verbrachte meine Wanderjahre in der ehemaligen Bauhaus-Werkstatt in Dornburg sowie in den Naumburger Werkstätten bedeutender Keramiker. Die Geschichte und diese stets im Wandel begriffene Kulturlandschaft haben mich zutiefst geprägt – ein Ort, der stets aufs Neue inspiriert.
AvH: Frau von Stenglin, Ihre Kunst ist die Gobelin-Weberei, eine Gattung, die man aus Rittersälen und Refektorien kennt. Warum widmen Sie sich einer Kunst, die viele als vergessen betrachten?
KvS: Es geht mir nicht um Moden, sondern um die rechte Technik. Wahres Weben duldet keine Eile. Es verlangt nach Harmonie – nach der richtigen Wolle, den perfekten Farbtönen, einem ausgewogenen Entwurf. Es ist dieses „innere Gleichgewicht“, in dem alle Elemente eines Stücks zusammenklingen, das es aus der Menge der Wanddekorationen hervorhebt.
AvH: Bei Ihren Werken denkt man weniger an Dekoration, als an die Tiefe eines Gemäldes oder die Erzählkraft eines Textes. Dass sie gewebt und nicht gemalt sind, verleiht ihnen eine ganz eigene Bedeutungsebene.
KvS: (Lächelt) Man sollte die Dinge nicht zu schwer nehmen. Die Interpretation soll den reinen Genuss – das Visuelle und Haptische – nicht beeinträchtigen. Man möge sich einfach erfreuen.
AvH: Herr von Stenglin, wenn Gobelins als etwas Elitäres gelten, so ist die Keramik doch geradezu demokratisch und utilitär. Was reizt Sie daran?
AvS: Ganz genau darum! Die Keramik ist eine universale Sprache, sie findet sich in allen Kulturen und Epochen. Es ist eine besondere Freude, seinen eigenen Ausdruck in etwas so Uraltem zu finden. Wir stehen in stetigem, haptischem Kontakt mit keramischen Objekten – wir fühlen sie in den Händen, an den Lippen. Diese unmittelbare Berührung ist ein sehr intimer, oft unterbewusster Teil unseres Daseins. Mein Bestreben ist es, Werke zu schaffen, die sich in die Gedanken- und Gefühlswelt des Betrachters einfügen und ihr eine neue, bereichernde Note verleihen.