Die Künstler Ines Hildur und Ekkehardt Oehmichen präsentieren vom 15. August bis 19. September 2026 eine gemeinsame Ausstellung in der Klostergalerie Zscheiplitz. Die Schau knüpft an das programmatische Interesse des Hauses an zeitgenössischer Kunst an, mit besonderem Blick auf die reiche Tradition der abstrakten Malerei in Ostdeutschland.
Hildurs Arbeiten sind geprägt von einem feinen Gespür für Rhythmus und subtile Formen. Sie erzählt freie, assoziative Bildgeschichten, die von der Spannung zwischen hellen, nuancierten Flächen und dunklen, expressiven Formen leben – bei aller Klarheit und Kraft stets durchzogen von einer stillen Sinnlichkeit. Oehmichen ergänzt die Ausstellung mit einer Werkgruppe abstrakter Kompositionen, die aus seinem vielschichtigen Werdegang eine eigenständige künstlerische Stimme hervorbringen.
Für Ines Hildur ist dies zugleich ein Jahr von besonderer Strahlkraft: Sie wurde eingeladen, an der renommierten Ausstellung „Personal Structures – Confluences“ im Palazzo Mora im Rahmen der Biennale di Venezia 2026 (9. Mai – 22. November 2026) teilzunehmen. Im Rahmen dessen wird sie eine Live-Performance zeigen, bei der die Entstehung eines großformatigen Gemäldes unmittelbar erlebbar wird.
Ein Dialog zwischen Kunst, Wissenschaft und Architektur Hildur, ausgebildete Architektin, bringt ein ausgeprägtes Raumbewusstsein in die Malerei ein. Ihr Schaffen oszilliert zwischen Struktur und Intuition – ein Prozess, den sie als „absichtsloses Wollen“ bezeichnet. Farbschichten überlagern sich, Linien werden freigelegt oder wieder verdeckt, collagierte Papiere bleiben sichtbar. All dies wird zur Spur eines physischen wie intellektuellen Ringens um den Bildraum. Ihre Haltung findet eine geistige Verwandtschaft im japanischen Wabi-Sabi, der Ästhetik des Vergänglichen und Unvollkommenen:
„Meine Sehnsucht nach einer ganz eigenen Ästhetik stellt mich immer wieder vor die neue Herausforderung, Bruchstückhaftes zu einer eigentümlich anmutenden Poesie zu verschmelzen – zu einer Schönheit, die Opulenz zulässt, aber auch karg und unbearbeitet bleiben darf, in der Kunst wie im Leben.“
Ekkehardt Oehmichen ist ein Grenzgänger zwischen Ost und West, zwischen Wissenschaft und Kunst. Er verfasst Rundfunkbeiträge, Aufsätze und ist Buchautor, vor allem im Bereich der Sozial- und Medienwissenschaften. Über Jahrzehnte war er in leitender Position in der Medienforschung und -beratung im In- und Ausland tätig. Sein großes Interesse an fremden Kulturen, insbesondere Südostasiens, prägt seinen Blick – und findet in seinen abstrakten Kompositionen nun einen neuen, künstlerischen Ausdruck.
Ausstellungsinformationen
Ausstellungsdauer: 15. August – 19. September 2026
Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr
Besichtigungen unter der Woche – für Gruppen sowie Einzelbesucher – sind nach vorheriger Vereinbarung möglich. Bitte richten Sie Ihre Anfrage an: von.hahn@me.com
Die Preisliste der ausgestellten Arbeiten liegt in der Galerie zur Einsicht bereit.
Weitere Ausstellungsteilnahmen 2026
Venedig: „Personal Structures – Confluences“, Palazzo Mora, Biennale di Venezia (9. Mai – 22. November 2026)
Essen: Contemporary Art Ruhr (C.A.R.) 2026, Zeche Zollverein (16.–18. Oktober 2026)
Kurzbiografien
Ines Hildur, geboren in Freiberg/Sachsen, studierte Architektur an der TU Dresden und absolvierte ihre künstlerische Ausbildung an der Hochschule der Künste Saar sowie bei Internationalen Sommerakademien in Salzburg. Seit 1994 ist sie mit Ausstellungen und Projekten international präsent und unterrichtet Freie Malerei an verschiedenen Akademien in Europa. Sie lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Leipzig.
Ekkehardt Oehmichen war über viele Jahre hinweg in leitenden Funktionen in der Medienforschung und -beratung tätig. Seine langjährigen Erfahrungen in Südostasien und sein Interesse an interkulturellen Perspektiven prägen sein Denken. Mit der nun erstmals gezeigten Werkgruppe abstrakter Malerei tritt er zugleich als bildender Künstler in Erscheinung.