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Paradise Never Lost

Diese Ausstellung begann lange vor Kloster Zscheiplitz. Sie begann mit meiner Familie, die zwischen Russland, China, Japan, Zentralasien und schließlich Europa umherzog – und dabei einen kleinen, beharrlichen Glauben mit sich trug: dass trotz aller Umbrüche und Tragödien des 20. Jahrhunderts Harmonie und Frieden nicht vollständig verloren gehen können. Die Kunst kam mit uns – Dinge, aus Liebe gewählt, nicht nach Plan, ein Spiegel der Hoffnung, nicht des Schmerzes.

Mein Urgroßvater Nikolai Muljukin, kaiserlich russischer Diplomat im Fernen Osten, erwarb die ersten Werke. Seine Tochter Tatiana heiratete Konstantin von Hahn, einen Offizier der Kaiserlich Russischen Leibgarde, der in den 1930er Jahren von den Bolschewisten als „deutscher Spion“ hingerichtet wurde. Deren Tochter Elena – meine Mutter – ist Kunsthistorikerin und bewahrte die Sammlung durch bewegte Zeiten von Exil und Vernachlässigung.
Elena hielt dabei einen weiteren Faden von großer historischer und kultureller Bedeutung in Händen: jenen, der zu ihrer Großtante Helena Petrovna Blavatsky führt, der Begründerin der Theosophischen Gesellschaft. Im späten 19. Jahrhundert versuchte Blavatsky – als eine der ersten in Europa – westliche esoterische Traditionen mit hinduistischem und buddhistischem Denken ins Gespräch zu bringen. Sie sprach beharrlich von einer „universellen Brüderlichkeit“, die über Konfessionen und Grenzen hinweg gelten solle. Dieser Dialog prägte die Art, wie unsere Familie auf Asien blickte: nicht als ferne, exotische Welt voller Kuriositäten und Rätsel, sondern als ein lebendiges Gespräch zwischen Göttern, Menschen und den Landschaften, die sie teilen.

Einige der Werke, die Sie hier sehen, verdichten dieses Gespräch: eine ländliche Szene vor einem Stadttor, Liebende in einem vergoldeten Garten, Krishna und Shrinathji umgeben von Musikern und Kühen, der Nariphon-Baum, dessen Früchte Menschengestalt annehmen, die himmlische Treppe des Buddha, Jurōjin – der japanische Gott des langen Lebens und einer der Sieben Glücksgötter (Shichifukujin) – ruhend auf einem liegenden Hirsch, eine moderne Tuschelandschaft unter einer dünnen Mondsichel, ein chinesischer Fächer mit zwei eleganten Damen in einem Gartenpavillon. Sie sind zu einer kleinen Auswahl geworden, die exemplarisch für eine größere, über Generationen gewachsene Sammlung steht.
Neben diesen Werken aus Asien öffnet sich die Ausstellung auch der zeitgenössischen europäischen Kunst: Gemälde und Drucke von Marc Chagall; Holzskulpturen von Matthias Trott, der vor allem mit altem Holz arbeitet, darunter jahrhundertealte Eiche aus der Elbe; ein einzelnes Ölbild auf Leinwand von Eleonora Damme, deren Malerei aus ihrem Hintergrund in Druckgrafik und Animation hervorgeht und stille, psychologische Zustände in konzentrierter Farbe und Form nachzeichnet; sowie Plakate von Peter Bankov, einem in Prag arbeitenden Grafikdesigner und Plakatkünstler, dessen Werk von Collage, experimenteller Typografie und starker grafischer Unmittelbarkeit geprägt ist. In diesem gemeinsamen Raum begegnen sich asiatische Andacht und europäische Moderne nicht als Gegensätze, sondern als verschiedene Weisen zu fragen, wie Bilder heute noch vom Heiligen und vom Menschlichen sprechen können.

Für mich sind dies alles verschiedene Weisen, ein und dasselbe zu sagen: dass Liebe – zwischen Menschen und zwischen Menschen und dem Göttlichen – selbst zerbrechliches Papier in ein beständiges Paradies verwandeln kann. Nicht verloren, nur oft vergessen, preisgegeben, begraben unter Alltag und Unwissenheit.

Kloster Zscheiplitz ist der Ort, an dem diese Reise der Kunst durch Jahrhunderte und Länder für einen Moment zur Ruhe kommt. Ich hoffe, Sie können sich auf diese ausgewählten Werke einlassen, so wie sie bei uns hier leben: leise, nah und ohne Eile.

Einige Werke aus der Sammlung stehen zum Verkauf und können erworben werden. Innerhalb des zeitgenössischen Teils der Ausstellung sind Damme, Trott und Bankov zentrale Künstler der Galerie; Werke von ihnen sind über die Galerie erhältlich.

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Alexander v. Hahn, Kloster Zscheiplitz/ Weißenburg, 29.4.2026
Widmung

"Diese Ausstellung ist dem 15. Jahrestag unserer Familie gewidmet – direkte Nachkommen der Gründerfamilie – die sich in Weissenburg / Kloster Zscheiplitz niedergelassen hat."
Besuchsinformationen

Ausstellungsdauer: 2. Mai bis 12. Juni

Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag, 11:00 – 18:00 Uhr

Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung richtet sich an Einzelbesucher ebenso wie an Gruppen. Auch Besuche außerhalb der regulären Öffnungszeiten sind nach Absprache möglich.

Kontakt:

E‑Mail: von.hahn@me.com

Telefon: 0176 31589629

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
2026-04-29 09:40