„Facing Her“ macht das ehemalige benediktinische Nonnenkloster zum Resonanzraum weiblicher Porträts durch die Zeit – und verhandelt Sichtbarkeit, Stimme und Deutungshoheit vom sakralen Ideal zum selbstbestimmten Subjekt.
Diese Ausstellung versteht sich nicht als bloße Zusammenschau weiblicher Porträtkunst, sondern als bewusst komponierter Dialog über Jahrhunderte hinweg. Sie entfaltet eine Bewegung vom idealisierten Figurenarsenal des klassischen Kanons – Göttinnen, Allegorien, Stifterinnen und Patroninnen – hin zu den vielstimmigen, häufig selbstbestimmten Subjekten der Gegenwartskunst. Was sich dabei verändert, ist nicht allein die Bildsprache, sondern die Ordnung des Blicks: wer gesehen wird, wie gesehen wird, und von wem.
Im Zentrum steht das Prinzip der Begegnung. Indem historische und zeitgenössische Werke gezielt in Beziehung gesetzt werden, wird „Facing“ als doppelte Handlung erfahrbar: als Akt der Darstellung – das Gegenüber-Stellen durch die Künstlerhand – und als Akt des Betrachtens, in dem wir selbst unweigerlich Position beziehen. Die Ausstellung lädt dazu ein, Porträtgeschichte nicht als lineare Stilgeschichte zu lesen, sondern als Wandel von Machtverhältnissen, Rollenbildern und Regimen der Sichtbarkeit.
Der Ort selbst prägt diese Perspektive wesentlich: Vor der Reformation war dies ein benediktinisches Nonnenkloster.Diese historische Schicht verleiht den Räumen eine besondere Ethik des Sehens – geprägt von Disziplin, Kontemplation und weiblicher Gemeinschaft – und schärft die Leitfrage der Ausstellung. Zwischen Klausur und Öffentlichkeit, zwischen Präsenz und Entzug wird sichtbar, dass Sichtbarkeit nie neutral ist, sondern stets produziert, begrenzt oder verweigert werden kann. „Facing Her“ nimmt diese Spannung auf und übersetzt sie in eine kuratorische Dramaturgie des Gegenübers, der Blickachsen und der stillen Konfrontation.
In den klassischen Werken ist der Blick oft vermittelt: durch gesellschaftliche Funktionen, ikonografische Konventionen und die Erwartungen von Auftraggebern. Das Dargestellte erscheint nicht selten als Trägerin von Schönheit, Tugend oder Bedeutung – als Projektionsfläche, an der Ideale befestigt werden. Individualität, sofern vorhanden, tritt häufig hinter Repräsentation und Symbolik zurück.
In den zeitgenössischen Arbeiten hingegen wird der Blick vielfach zurückgewonnen, infragestellt oder dekonstruiert. Künstlerinnen, Künstler und Porträtierte entwerfen Identität als Prozess: nicht als festgeschriebene Rolle, sondern als Narration, Innenraum, Haltung und Bruchstelle. Das Porträt wird zur Bühne von Selbstentwurf und Widerstand, zur Verhandlung von Körper, Biografie, Zugehörigkeit und Fremdzuschreibung – oft im Bewusstsein der historischen Last des Genres.
Aus dieser Gegenüberstellung ergeben sich drängende Fragen: Wie haben sich Zweck und Funktion des weiblichen Porträts verschoben – vom Ikon zum Individuum, vom Zeichen zum Selbst? Wer besitzt die Deutungshoheit im Porträt: die malende Hand, die sitzende Person, das betrachtende Publikum oder die kulturelle Matrix ihrer Zeit? „Facing Her“schafft einen Raum, in dem diese bislang stummen Aushandlungen hörbar werden. Die Ausstellung fordert uns auf, nicht nur das Gesicht auf der Leinwand neu zu sehen, sondern auch die eigene Rolle zu reflektieren: Denn jedes Porträt vollendet sich erst im Blick – und der Blick ist niemals unschuldig.
Im Zentrum steht das Prinzip der Begegnung. Indem historische und zeitgenössische Werke gezielt in Beziehung gesetzt werden, wird „Facing“ als doppelte Handlung erfahrbar: als Akt der Darstellung – das Gegenüber-Stellen durch die Künstlerhand – und als Akt des Betrachtens, in dem wir selbst unweigerlich Position beziehen. Die Ausstellung lädt dazu ein, Porträtgeschichte nicht als lineare Stilgeschichte zu lesen, sondern als Wandel von Machtverhältnissen, Rollenbildern und Regimen der Sichtbarkeit.
Der Ort selbst prägt diese Perspektive wesentlich: Vor der Reformation war dies ein benediktinisches Nonnenkloster.Diese historische Schicht verleiht den Räumen eine besondere Ethik des Sehens – geprägt von Disziplin, Kontemplation und weiblicher Gemeinschaft – und schärft die Leitfrage der Ausstellung. Zwischen Klausur und Öffentlichkeit, zwischen Präsenz und Entzug wird sichtbar, dass Sichtbarkeit nie neutral ist, sondern stets produziert, begrenzt oder verweigert werden kann. „Facing Her“ nimmt diese Spannung auf und übersetzt sie in eine kuratorische Dramaturgie des Gegenübers, der Blickachsen und der stillen Konfrontation.
In den klassischen Werken ist der Blick oft vermittelt: durch gesellschaftliche Funktionen, ikonografische Konventionen und die Erwartungen von Auftraggebern. Das Dargestellte erscheint nicht selten als Trägerin von Schönheit, Tugend oder Bedeutung – als Projektionsfläche, an der Ideale befestigt werden. Individualität, sofern vorhanden, tritt häufig hinter Repräsentation und Symbolik zurück.
In den zeitgenössischen Arbeiten hingegen wird der Blick vielfach zurückgewonnen, infragestellt oder dekonstruiert. Künstlerinnen, Künstler und Porträtierte entwerfen Identität als Prozess: nicht als festgeschriebene Rolle, sondern als Narration, Innenraum, Haltung und Bruchstelle. Das Porträt wird zur Bühne von Selbstentwurf und Widerstand, zur Verhandlung von Körper, Biografie, Zugehörigkeit und Fremdzuschreibung – oft im Bewusstsein der historischen Last des Genres.
Aus dieser Gegenüberstellung ergeben sich drängende Fragen: Wie haben sich Zweck und Funktion des weiblichen Porträts verschoben – vom Ikon zum Individuum, vom Zeichen zum Selbst? Wer besitzt die Deutungshoheit im Porträt: die malende Hand, die sitzende Person, das betrachtende Publikum oder die kulturelle Matrix ihrer Zeit? „Facing Her“schafft einen Raum, in dem diese bislang stummen Aushandlungen hörbar werden. Die Ausstellung fordert uns auf, nicht nur das Gesicht auf der Leinwand neu zu sehen, sondern auch die eigene Rolle zu reflektieren: Denn jedes Porträt vollendet sich erst im Blick – und der Blick ist niemals unschuldig.
Ausstellungsdaten 7.3. - 25.4.2026
Titel: Facing Her: Porträts durch die Zeit
Ort: Kloster Zscheiplitz
Öffnungszeiten:
Freitag bis Sonntag, 11:00 bis 18:00 Uhr
Wochentags nach Vereinbarung
Eintritt: 5 Euro
Titel: Facing Her: Porträts durch die Zeit
Ort: Kloster Zscheiplitz
Öffnungszeiten:
Freitag bis Sonntag, 11:00 bis 18:00 Uhr
Wochentags nach Vereinbarung
Eintritt: 5 Euro